Saiten aufziehen – so geht’s

Mit einem einfachen Trick lassen sich die Saiten der Geige so aufziehen, dass die Wirbel automatisch in den Wirbelkasten hineingezogen werden. Auf diese Weise lässt sich erreichen, dass die Wirbel nachträglich nicht „abhauen“. Wie das geht, will ich hier am Beispiel der G-Saite zeigen.

g_007_800Hier seht Ihr den Wirbelkasten mit den lockeren Saiten. Die lila umsponnene ist die G-Saite. Diese steckt gerade soweit im Wirbelloch, wie der Wirbel breit ist. Für das anfängliche Mitnehmen der Saite reicht das vollkommen aus.

Nun müsst Ihr die Saite etwas straffen, damit die Ecke vom Wirbelloch die Saite mitnehmen kann. Anschliessend den Wirbel drehen, sodass der Saitenaufzug beginnt.

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Rechts im Bild ist nun die gesstraffte Saite nach 1-1/2 Umdrehungen zu sehen.

Und nun erkennt man auch schon den Trick, den ich anwende: Ich ziehe die getraffte Saite beim Aufzug konsequent nach aussen, sodass die Windungen jeweils in Richtung Wirbelkastenwand nebeneinander liegen.

Nach einer Weile liegen mehrere Windungen nebeneinanderg_004_800, und die Wand des Wirbelkastens ist erreicht.

Ab jetzt zeigt der Trick Wirkung: Der Wirbel wird beim weiteren Aufziehen in den Kasten hineingezogen, wodurch er in der Folge auch festsitzt.

Damit der Wirbel nicht zu fest sitzt, weil vielleicht noch viel Umspannung übrig ist und die Saite noch nicht vollends aufgezogen wurde, kann man die Windungen irgendwann wieder von der Wirbelkastenwand wegführen und in einer „zweiten Etage“ lagern. Wenn überhaupt, ist das aber nur bei der G-Saite relevant.

g_006Beim Saitenaufzug ist unbedingt darauf zu achten, dass der Steg die gewünschte Position behält und nicht nach vorne gezogen wird. Ausserdem müssen die Saiten genau in den kleinen Vertiefungen des Stegs landen

Wenn ein kompletter Satz aufgezogen werden soll, würde ich in der Reihenfolge G, E, A, D vorgehen. Sobald die G und die E-Saite halbwegs aufgezogen sind und nur noch zu Ende gespannt werden müssen, können schon mal die A- und die D-Saite aufgezogen werden. Diese laufen im Wirbelkasten über die anderen Saiten. Anschliessed lassen sich die Saiten gleichmässig auf die gewünschte Stimmung hochziehen. Das verteilt einerseits den Zug auf den gesamten Steg und man kann während des Aufzugs den Steg auch besser kontrollieren, dass dieser nicht versehentlich umklappt.